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Christoph Blocher, eine prägende Figur der SVP, und Urs Loher, Rüstungschef, haben anlässlich einer großen Versammlung der Offiziersgesellschaft in Aarau unbequeme Wahrheiten ausgesprochen. In einem Kontext zunehmender geopolitischer Spannungen prangern sie eine Entwicklung an, die ihrer Ansicht nach die Schweiz schwächt: fehlende Führung, veraltete Infrastrukturen, eine riskante Abhängigkeit vom Ausland. Ihre Überlegungen markieren einen Wendepunkt: Neutralität allein reiche nicht mehr aus, und „Glück“ könne keine Strategie sein.
Die „Lotterordnung“, die Ordnung des Unordentlichen oder die Illusion eines funktionierenden Systems ist für Blocher die beschmutzte Rückseite einer Medaille: eine Armee in einem erbärmlichen Zustand. „Die Verantwortlichen haben nicht die finanziellen Mittel investiert, die vernachlässigte militärische Strukturen in Bezug auf Führung und Willen erfordert hätten.“ Für Blocher ist Geld allein kaum ein Heilmittel, es könne es aber sein, wenn der Visionär stark und konsequent genug sei, um die wiederhergestellten Fähigkeiten aufzubauen. Er beklagt, dass die schweizerische Neutralität durch allzu große Nachgiebigkeit gegenüber Bündnissen wie der NATO gefährdet werde, und fordert eine grundlegende Reform, um der Armee ihre strategische Glaubwürdigkeit zurückzugeben.

Urs Loher, Chef der Rüstung (Armasuisse), schlägt Alarm: Die Schweiz sei zu langsam und zu abhängig von ausländischen Lieferanten, um ihre Verteidigung zu gewährleisten. Er betont die Fragilität der Lieferketten, den Munitionsmangel und eine begrenzte Luftverteidigungsfähigkeit. Laut ihm „hofft die Schweiz auf Glück“, anstatt sich mit einer soliden Strategie auszurüsten was das Land im Krisenfall in eine gefährliche Lage bringen würde. Um dem entgegenzuwirken, fordert Loher massive Investitionen, eine dringend notwendige Modernisierung der militärischen Infrastruktur und eine gestärkte Autonomie insbesondere in der nationalen Rüstungsproduktion.
Blocher und Loher stoßen einen Alarmruf aus: Die Schweiz kann sich nicht länger auf „Glück“ in ihrer Verteidigung verlassen. Sie muss stark in die Armee investieren, ihre Fähigkeiten modernisieren und eine glaubwürdige Strategie entwickeln und dabei ihre Souveränität und Neutralität bewahren.