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Trotz unsicherer wirtschaftlicher Lage bleibt die Schweiz der weltweite Innovationsführer. Bereits seit 2011 steht sie im Global Innovation Index (GII) an erster Stelle. Patente, Spitzentechnologien sowie die enge Zusammenarbeit von Universitäten, Unternehmen und Forschungszentren stärken ihre Referenzstellung zur globalen Innovation..
Über ein ganzes Jahrzehnt lang behauptet die Schweiz ihre Rolle als Lokomotive der weltweiten Innovation. 2025 ist sie neuerdings die Nummer eins im Ranking der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO / Global Innovation Index – GII) und feiert damit ihren 15. Sieg in Folge. Dieses Ranking evaluiert gut 140 Volkswirtschaften nach 78 bis 80 Indikatoren, die von Forschung und Entwicklung (F&E) über Patentanmeldungen zu High-Tech-Exporten, Marktsophistizierung, Qualität der Institutionen und Humankapital reichen. Die Stärke der Schweiz liegt nicht nur in ihren «Input»-Ressourcen, sondern insbesondere in ihrem hervorragenden Innovations-Output, sprich ihrer Fähigkeit, Forschung und Ideen in greifbare Resultate zu übersetzen: in Patente, Spitzentechnologien, exportierte High-Tech-Produkte.
Der Innovationsgeist erfährt besonders durch eine effiziente Synergie zwischen Universitäten, Forschungsinstituten und privaten Unternehmen Förderung – ein Ökosystem, das Wissens- und Technologietransfer sowie angewandte Innovation begünstigt. Selbst wenn einige Input-Indikatoren wie der Anteil des BIP, der für F&E aufgebracht wird, Schwankungen (wie im GII-2025-Bericht bemerkt) unterliegen, profitiert die Schweiz von einem stabilen institutionellen Umfeld, hochwertigen Infrastrukturen und vor allem einer hochqualifizierten Bevölkerung. Diese Vorteile versetzen das Land in die Lage, seine Führungsrolle in sämtlichen Innovationsbereichen – vom Schaffen neuen Wissens bis hin zur dessen Verbreitung – unangefochten zu verteidigen.

Doch selbst im beneidenswerten Rang kann die Schweiz die Spannungen im globalen Innovationsökosystem nicht ignorieren. Laut dem Bericht der World Intellectual Property Organization (WIPO / GII 2025) hat das weltweite Wachstum der Forschung und Entwicklung (F&E) stark nachgelassen: + 2,9 % im Jahr 2024 – der geringste Anstieg seit 2010. Diese Zurückhaltung spiegelt sich auch in der privaten Finanzierung wider, die realen F&E-Ausgaben der Unternehmen stiegen nur um knapp 1 %, deutlich unter dem Durchschnitt des letzten Jahrzehnts.
Einige Unternehmen insbesondere im Bereich Spitzentechnologie, KI, IKT oder Pharmaindustrie halten ihre Budgets konstant oder erhöhen sie – viele traditionelle Industrieunternehmen reduzieren jedoch angesichts sinkender Einnahmen ihre Innovationsinvestitionen.
Beim Risikokapital (Venture Capital) bleibt das Bild gemischt. Im Jahr 2024 stieg das Gesamtvolumen der VC-Investitionen um + 7,7 %, vor allem getrieben von großen KI-Deals in den USA. Die Gesamtzahl der VC-Transaktionen sank jedoch zum dritten Mal hintereinander – ein Zeichen für die Zurückhaltung der Investoren außerhalb besonders wachstumsstarker Sektoren oder bevorzugter Regionen. Dieser allgemeine Rückgang der Finanzierungen – sei es öffentlich, privat oder durch Risikokapital – ist auch für die Schweiz ein Warnsignal. Will sie ihre Innovationsführerschaft bewahren, müssen öffentliche und private Akteure dauerhaft engagiert bleiben, F&E-Investitionen müssen längerfristig gestützt werden.

Trotz der Verwerfungen bei den weltweiten Investitionen hat die Schweiz einen besonderen Trumpf in der Hand: ihr hoch entwickeltes globales Innovationsökosystem, das auf der engen Verzahnung von Universitäten, Forschungszentren, privatwirtschaftlichen Unternehmen und verlässlichen Institutionen beruht. Auf diesem Fundament kann Innovation im großen Stil neu angefacht werden.
Die Schweiz ist bestens aufgestellt, um von jenen Sektoren mit hoher Wertschöpfung – Biotechnologie, digitale Technologien, Gesundheit, High-Tech – zu profitieren, für die hochspezialisierte Kompetenzen, kontinuierliche Forschung und regelmäßige Investitionen nötig sind. Im Sektor Biotechnologie wurden beispielsweise im Jahr 2024 F&E-Investitionen in Höhe von ca. 2,6 Milliarden Schweizer Franken verzeichnet.
So gerüstet, kann die Schweiz Forschungsergebnisse in neue, marktfähige und damit arbeitsplatzschaffende Mehrwert-Generierung umwanden. Dass die Schweiz konstant auf den obersten Rängen internationaler Vergleichslisten zu finden ist, sendet ein starkes Signal an Investoren, Forschende und internationale Talente: Die Schweiz ist und bleibt ein attraktiver Standort für Innovation und zieht damit Kapital, Fachkräfte und transnationale Vernetzungen an, die für die langfristige Ankurbelung von Innovationen unabdingbar sind.
Um die globale Spitzenstellung zu behaupten und weiter auszubauen, sind nun die öffentlichen Entscheidungsträger und die privaten Akteure gefordert, ihre Investitionen – in F&E, in Humankapital, in technologische Infrastrukturen und in flankierende Politik – entweder beizubehalten oder auszuweiten. Vielleicht kann ein neues und konstantes Engagement die derzeitigen negativen Trends umkehren.
Auch wenn das wirtschaftliche Umfeld nicht gerade rosig aussieht, bleibt die Schweiz das Zugpferd in der globalen Innovation — dank eines funktionierenden Ökosystems, gut ausgebildeter Fachkräfte und einer Hightech-Industrie. Solange sie ihr Engagement in Forschung und Entwicklung, Infrastruktur und in der Zusammenarbeit von öffentlicher und privater Hand aufrechterhält, wird sie aber auch in Zukunft ein Vorbild bleiben.