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Die Debatte über die Sicherheit von Sammlungen in der Schweiz gewinnt an Bedeutung nach einer Reihe von Raubfällen in europäischen Museen, vom Louvre in Paris bis zum Römischen Museum in Vidy, Lausanne. Auch wenn die Schweizer Institutionen über fortschrittliche Sicherheitsmaßnahmen verfügen, stehen sie vor einem Dilemma: Wie können Kunstwerke effektiv geschützt werden, während Besucher ein nahes und authentisches Erlebnis genießen können, ohne dass Museen zu verschlossenen, unzugänglichen Orten werden? Besonders wichtig ist es, dass das Publikum weiterhin die Originalobjekte sehen und keine Kopien erstellen möchte.
Keine Barrikaden um die Kunst
In Vidy kam es während der Öffnungszeiten zu einem Diebstahl von Objekten, der daran erinnert, dass jeder Besucher ein Risiko darstellen kann. Jean-Quentin Haefliger, stellvertretender Museumsdirektor, betont die Notwendigkeit, wachsam zu bleiben, während die Besucher weiterhin die Sammlungen voll genießen können. In diesem Kontext versuchen Schweizer Museen, Risiken zu minimieren, indem sie ihre Sicherheitsmaßnahmen diskret halten.

Beispielsweise kombiniert das Museum für Kunst und Geschichte in Freiburg effektive Videoüberwachung und Präsenz von Personal, um Diebstähle und Beschädigungen zu verhindern, ohne zu große Abstände zwischen den Kunstwerken und den Besuchern zu schaffen. Ivan Mariano, Direktor des Museums, erklärt, dass Originalobjekte eine einzigartige Verbindung zu den Besuchern schaffen, die keine Reproduktion bieten kann. Sicherheitsmaßnahmen sind daher notwendig, müssen jedoch so integriert werden, dass das Museumserlebnis und die Magie der Sammlungen nicht beeinträchtigt werden.
Schweizer Museen suchen somit ein feines Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Zugänglichkeit. Besucher sollen mit den Kunstwerken interagieren können, während die Schutzmaßnahmen die Sammlungen bewahren. Der Kompromiss ist sinnvoll, da es darum geht, kulturelle Schätze zu schützen und gleichzeitig das Interesse und die Erfahrung des Publikums zu erhalten.
Hervorhebung des konservatorischen Fachwissens und der Modernisierung
Schweizer Museen zeigen großes Vertrauen in ihre Sicherheitsmaßnahmen, selbst nach dem Diebstahl der Kronjuwelen im Louvre. Derzeit sind keine wesentlichen Verstärkungen geplant, da bestehende Maßnahmen regelmäßig überprüft und verbessert werden. Eine Umfrage von Keystone-ATS zeigt, dass die Institutionen ihre Sicherheitsstandards für wirksam halten, dabei jedoch diskret bleiben, um keine Schwachstellen preiszugeben.
Das Kunsthaus Zürich überwacht beispielsweise internationale Vorfälle und Einbrüche genau, um seine Sicherheitsmaßnahmen nach den besten globalen Praktiken anzupassen. Das Kunstmuseum Basel fühlt sich ebenfalls vorbereitet, mögliche Diebstähle abzuwehren, und betont dabei, dass vollständige Sicherheit nicht existiert, sondern eine Kombination technischer, struktureller und menschlicher Maßnahmen entscheidend ist.
Am Zentrum Paul Klee in Bern werden die Lehren aus dem Louvre-Diebstahl analysiert, um lokale Maßnahmen anzupassen. In Genf folgt das MAMCO den Empfehlungen von Interpol, ohne zusätzliche Verstärkungen vorzunehmen, während das MCBA in Lausanne diskret über seine Maßnahmen bleibt. Schweizer Museen verbinden somit erhöhte Wachsamkeit mit moderner Technik, um ihre Sammlungen zu schützen.

Versicherungssystem macht den Unterschied
Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Schweiz und Frankreich liegt in der Versicherung der Kunstwerke . In der Schweiz werden Kunstobjekte meist von privaten Versicherungen gedeckt, die ein direktes Interesse daran haben, die Sammlungen bestmöglich zu schützen. In Frankreich übernimmt jedoch der Staat die Versicherung, was manchmal Lücken erzeugte. Oliver Class, Kunsthistoriker und Sicherheitsexperte, erinnert daran, dass größere Museen mit wertvollen Objekten besser geschützt sind.
Schweizer Museen können somit auf physische, menschliche und technologische Schutzmaßnahmen sowie auf ein effizientes Versicherungssystem zählen. Diese Kombination ermöglicht ein hohes Sicherheitsniveau, während Besucher weiterhin ein umfangreiches und authentisches Erlebnis genießen können.
Bewahren oder ausstellen bleibt ein zentrales Dilemma für Schweizer Museen angesichts aktueller Sicherheitsherausforderungen. Zwischen dem Schutz der Werke und dem Erlebnis der Besucher setzen die Institutionen auf Vorsicht, Modernisierung und Diskretion, um sowohl die Sammlungen als auch den Zugang der Öffentlichkeit zu kulturellen Schätzen zu gewährleisten.
Ergänzend dazu stellen wir Ihnen eine nützliche Ressource zur Verfügung